Bauaufnahme im Handaufmaß

Bauaufnahme im Handaufmaß

Bauaufnahme im Handaufmaß

Trotz aller hilfreichen Neuerungen der modernen Vermessungstechnologien bleibt das Erlernen der traditionellen Bauaufnahmemethoden mit händischen Messverfahren und von Hand gezeichneten Plänen eine unverzichtbare Grundlage in der akademischen Ausbildung für die Historische Bauforschung. Dabei werden die historischen Bauten oder bei archäologischen Grabungen freigelegten Baureste mittels unabhängiger Messsysteme hochgenau und mit allen seit ihrer Erbauung eingetretenen Verformungen erfasst und gezeichnet. Diese exakte Dokumentation des Ist-Zustands bildet die Grundlage für alle weiteren bauforscherischen Analysen zu Bauabläufen, Konstruktionsweisen und Bauphasenabfolgen. Die dazu eingesetzten Geräte (Bandmaße, Lote, Wasserwaagen, Meterstäbe und Schnüre) sind in jedem Baumarkt erhältlich und funktionieren auch unter widrigsten Bedingungen im entferntesten Bauaufnahmeobjekt dieser Erde. Ergänzt wird dieses Basisequipment allerdings bereits durch einfache Vermessungstechnik wie Nivelliergeräte und Rotationslaser. Die mit spitzem Bleistift auf säurefreiem Karton oder transparenter Zeichenfolie dokumentierten Gebäudegrundrisse, Ansichten und Schnitte sind zudem langfristig archivfest. Der Hauptwert des Erlernens der Bauaufnahme im Handaufmaß ist aber die Schulung des genauen Hinsehens und des raumgeometrischen sowie baukonstruktiven Verständnisses! Denn das händische Messen zwingt zum unmittelbaren „Begreifen“ des Bauwerks und das Zeichnen im Angesicht des Objekts zum sofortigen Hinterfragen und bewussten Interpretieren jeder Baufuge und jedes Materialwechsels. Die Bauaufnahme im Handaufmaß ist damit vor allem eine Erkenntnismethode, welche es ermöglicht, das historische Bauwerk als Quelle seiner eigenen Geschichte zu erschließen. Vermittelt wird die Methode der händischen Bauaufnahme von Prof. Dietmar Kurapkat in praktischen Übungen in verschiedenen historischen Bauten der Altstadt von Regensburg, so zum Beispiel im Kreuzgang des ehemaligen Klosters St. Jakob oder im mittelalterlichen Turm und barocken Dachwerk des Alten Rathauses. Erst wenn diese Abläufe und Zusammenhänge beherrscht werden, sollten die angehenden Bauforscherinnen und Bauforscher zusätzlich die gesamte Palette der digitalen Vermessungstechniken anwenden.

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